Samstag, 21. Dezember 2024

Weihnachtsbaumschmuck

 

Zu einem traditionellen Weihnachtsbaum gehört ein passender Schmuck. Für das Schmücken hat sich der Begriff „putzen“ eingebürgert. Die Wortherkunft ist hier das frühneuhochdeutsche „butzen“  für „schmücken“.

Grundsätzlich kann ein Weihnachtsbaum heute mit verschiedensten Farben und Gegenständen geschmückt werden. Es gibt speziellen Baumschmuck für Angler und Balletttänzerinnen. Womit wird der Baum nun typischerweise geschmückt.

Christbaumkugeln

Schon die ersten Weihnachtsbäume waren geschmückt – in der Regel mit Lebensmitteln wie Äpfeln oder Nüssen aber auch Datteln oder Brezeln sind schon aus dem 16. Jahrhundert belegt. 

Ab dem 18. Jahrhundert werden die echten Lebensmittel nach und nach durch Nachbildungen ersetzt – beginnend mit den Früchten. Häufig wird gebackener Christbaumschmuck in Form von Pfefferkuchen. Im Jahr 1847 werden die ersten Christbaumkugeln aus Glas in Deutschland produziert und schon ab den 1870er Jahren kam dieser Trend in die Vereinigten Staaten. Erfunden wurden die farbigen Glaskugeln im thüringischen Lauscha – als Ersatz für die Früchte, die sich die dortigen Glasbläser nicht leisten konnten. Schon die Früchte galten als Zeichen für den nach dem Winter wiederkehrenden Frühling – so wundert es nicht, dass rote Kugeln (als Sinnbild für rote Äpfel) zum traditionellen Spektrum gehören. Der deutsche Chemiker Justus von Liebig entwickelte später ein Verfahren, um die Kugeln von innen zu versilbern.

Als handgefertigtes Produkt waren deutsche Christbaumkugeln bis zu den beiden Weltkriegen ein Exportschlager. Heute werden die Kugeln zunehmend in Asien produziert, teilweise auch aus Kunststoff. Der amerikanische Unternehmer Frank Winfield Woolworth soll sich 1890als Werbegag eine Glasgurke (= „Christmas pickle“) ausgedacht, die als Suchspiel in den Weihnachtsbaum gehängt werde. Das Kind, das sie fände bekäme ein extra Weihnachtsgeschenk. Diese deutsche Tradition ist Fake und hat es nie gegeben. Trotzdem kann man solche Gurken als Baumschmuck heute kaufen.  Einer Legende nach geht der Brauch von einem deutschen Auswanderer aus dem Königreich Bayern namens John C. Lower (Hans Lauer) zurück. Dieser sei durch eine Essiggurke in der Zeit seiner Kriegsgefangenschaft im amerikanischen Bürgerkrieg vor dem Hungertod errettet worden und habe zum Dank dafür jedes Jahr eine Glasgurke in seinen Weihnachtsbaum gehängt. Tatsächlich kennen 91% der Deutschen diese Tradition nicht und nur 2% hängen heutzutage eine Glasgurke in ihren Baum.

Lichterketten/ Kerzen

Weihnachtsbäumen waren ursprünglich unbeleuchtet. Im 17. Jahrhundert kam dann in adeligen Familien der Brauch auf, den Baum mit Kerzen zu beleuchten. Trendsetterin war hier Dorothee von Schlesien (Herzogin von Schlesien), die 1611 erstmals Kerzen als Baumschmuck verwendet hatte. Das Bürgertum übernahm diese Tradition. Bienenwachskerzen waren jedoch sehr teuer, so dass häufig Talg als Brennstoff genutzt wurde. Erst mit der Erfindung von Stearin- und Paraffinkerzen wurde der Baumschmuck erschwinglicher.

Der Kerzenhalter wurde erst 1867 patentiert, vorher mussten die Kerzen mit heißem Wachs direkt auf den Zweigen befestigt werden.  Der Siegeszug der elektrischen Weihnachtsbaumkerzen (und später Lichterketten) beginnt 1901 als die General Electric Company die ersten elektrischen Christbaumkerzen bewarb. Schon 1882 stand in den Vereinigten Staaten der erste elektrisch beleuchtete Weihnachtsbaum.

Aus Sicherheitsgründen setzte sich nach dem zweiten Weltkrieg eine elektrische Beleuchtung durch und ist heute aus dem weihnachtlichen Schmuck nicht mehr wegzudenken.

Engel

Nach dem Lukasevangelium hat der Engel Gabriel Maria die Geburt Jesu angekündigt (Lk 1,31-38) und auch in der Weihnachtsnacht spielen die himmlischen Chöre bei der Verkündigung der Geburt eine bedeutende Rolle. Dass Engel (meist als Holzfiguren) am Weihnachtsbaum hängen ist deshalb ziemlich passend. Auch andere Holzfiguren sind verbreitet – Hirten, Spielzeug wie z.B. Schaukelpferde oder auch Ornamente.

Lametta

Lametta sind dünne silbrige Stanniolfäden, die 1878 als Neuheit in Nürnberg entwickelt wurden. Als Christbaumschmuck soll Lametta das Aussehen von Eiszapfen darstellen und wurde deshalb ursprünglich ausschließlich in silberner Farbe hergestellt. Ende des 20. Jahrhunderts kam auch Goldlametta auf. Stanniol ist eine Blei/Zinn-Legierung – deshalb werden heute aus Umweltschutzgründen oft auch aluminiumbeschichte Kunststoffstreifen verwendet.

Strohsterne / Strohfiguren

Strohsterne stellen eine symbolische Verbindung zum Stroh in der Krippe her, auf dem das neugeborene Jesuskind lag. Außerdem beziehen sie sich auf den Stern, der die heiligen drei Könige zur Krippe nach Bethlehem geführt haben soll.

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