Mittwoch, 19. Februar 2025

Schändung des Gedenksteins an die Judenverfolgung / Desecration of the memorial stone


Auf der Bleiche in Babenhausen wurde ein Gedenkstein für die ehemalige jüdische Bevölkerung mit roter Farbe beschmiert worden.   

 

An der sogenannten Bleiche, wurde in der Nacht am Montag, den 19.02.24 ein Denkmal zur Erinnerung an die ehemalige jüdische Gemeinde in Babenhausen, großflächig mit roter Farbe beschmiert. 

Die weiße Stele aus Carrara-Marmor mit dem großen Davidstern an der Spitze und der gut sichtbaren Menora, ist 1988 von der Stadt errichtet worden. Sie markiert die Stelle, wo sich einst ein jüdisches Ritualbad (die Mikwe), befunden hat. Dies war wahrscheinlich eine politisch motivierte Straftat.  

Sowas zeigt, dass Antisemitismus und Nationalsozialismus immer noch ein ernstes Thema im 21 Jahrhundert ist.  

 

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A memorial stone commemorating the former Jewish population was defaced with red paint at the Bleiche in Babenhausen.

On the night of Monday, 19 February 2024, a memorial to the former Jewish community in Babenhausen was extensively defaced with red paint.

The white stele made of Carrara marble, with a large Star of David at the top and a clearly visible menorah, was erected by the town in 1988. It marks the site where a Jewish ritual bath (the mikveh) once stood. This was probably a politically motivated crime.

This shows that anti-Semitism and National Socialism are still serious issues in the 21st century.

 

Lou 

Montag, 3. Februar 2025

Aktionswoche gegen Rassismus und Diskriminierung

 

Ausstellung, Workshops und Podiumsdiskussion - Neunte Klasse der Offenen Schule mit Courage gegen Diskriminierung

Am Anfang stand die Schändung des Gedenksteins für die vernichtete jüdische Bevölkerung Babenhausens nach den Massakern vom 7. Oktober 2023 erklärte Heike Vogel, eine der Lehrerinnen der neunten Klasse der Offenen Schule Babenhausen zu Beginn der Podiumsdiskussion am 29. Januar. Daraufhin habe sie sich mit ihrer Erasmus-Projektgruppe intensiv mit der Geschichte der Judenverfolgung in der Stadt beschäftigt, die am Holocaust-Gedenktag ihre Mitschüler zur Judenverfolgung in Babenhausen durch die Stadt geführt hatte. Auf Frau Vogels Initiative hin entstand schließlich die Aktionswoche, deren Höhepunkt eine große Podiumsdiskussion in der Stadthalle Babenhausen war. Von Anfang an dabei war Heimathistoriker Joachim Heizmann, der nicht nur die Projektgruppe vorbereitet hatte, sondern auch als Experte auf dem Podium saß. Mit dabei war auch Bürgermeister Dominik Stadler, der in dieser Rolle und als ehemaliger Polizist viel zu sagen hatte. Vor allem an ihn richteten die Jugendlichen viele Fragen zu Diskriminierung und Rassismus in der Stadt, aber auch zum Umgang mit der AfD.

Weitere Podiumsgäste waren die Schulseelsorgerin Alexandra Neserke, die vor ihrer Tätigkeit an der Joachim-Schumann-Schule an Förderschulen und sogar in einem Frauengefängnis als Seelsorgerin gearbeitet hat, sowie die Lehrer Jürgen Nees und Johannes Hornung, der auch als Jugendmedienschutzberater für das Hessische Kultusministerium tätig ist. Inhaltlich ging es in der lebhaften Diskussion vor allem um Fragen zu Rassismus in der heutigen Zeit.  Was kann man tun damit die Verbrechen aus der Nazizeit nicht wieder geschehen? Was sind Gründe und Ursachen für Diskriminierung heutzutage? Welchen Einfluss haben soziale Medien auf Kinder und Jugendliche?  Moderiert wurde die eineinhalbstündige Diskussionsrunde von dem Darmstädter Künstler und Fotografen Lukas Einsele.


Vorbereitet hatten sich die Neuntklässler in sieben Workshops zu verschiedenen Aspekten von Diskriminierung und Rassismus, die unter anderem von einigen der Podiumsgäste geleitet wurden. Die Ergebnisse der Workshops flossen nicht nur in Kurzpräsentationen während der Veranstaltung, sondern auch in eine Ausstellung im Foyer der Joachim-Schumann-Schule ein. Extremistische Parteien, Benachteiligung von Frauen, der Palästinakonflikt, Kriegsgräber und der interreligiöse Dialog mit dem Abrahamischen Team waren nur einige der Schwerpunkte. Beteiligt waren auch die Hanauer Bildungsinitiative Ferhat Unvar oder die Bildungsstätte Anne Frank in Frankfurt.
Sowohl die Podiumsteilnehmer als auch die Schüler zogen ein sehr positives Fazit der Diskussion bzw. des dreitägigen Workshop-Projekts und stellten fest, wie wichtig es ist, miteinander Ansichten und Standpunkte auszutauschen. Dabei herrschte große Einigkeit, sich gegen Hass, Rassismus und Ausgrenzung zu stellen. Und vielleicht wird aus der Anregung einer Schülerin etwas, sich dem Netzwerk „Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage“ anzuschließen.