Ausstellung,
Workshops und Podiumsdiskussion - Neunte Klasse der Offenen Schule mit Courage
gegen Diskriminierung
Am Anfang stand die Schändung des Gedenksteins für die
vernichtete jüdische Bevölkerung Babenhausens nach den Massakern vom 7. Oktober
2023 erklärte Heike Vogel, eine der Lehrerinnen der neunten Klasse der Offenen
Schule Babenhausen zu Beginn der Podiumsdiskussion am 29. Januar. Daraufhin
habe sie sich mit ihrer Erasmus-Projektgruppe intensiv mit der Geschichte der
Judenverfolgung in der Stadt beschäftigt, die am Holocaust-Gedenktag ihre
Mitschüler zur Judenverfolgung in Babenhausen durch die Stadt geführt hatte.
Auf Frau Vogels Initiative hin entstand schließlich die Aktionswoche, deren
Höhepunkt eine große Podiumsdiskussion in der Stadthalle Babenhausen war. Von
Anfang an dabei war Heimathistoriker Joachim Heizmann, der nicht nur die
Projektgruppe vorbereitet hatte, sondern auch als Experte auf dem Podium saß.
Mit dabei war auch Bürgermeister Dominik Stadler, der in dieser Rolle und als
ehemaliger Polizist viel zu sagen hatte. Vor allem an ihn richteten die
Jugendlichen viele Fragen zu Diskriminierung und Rassismus in der Stadt, aber
auch zum Umgang mit der AfD.
Weitere Podiumsgäste waren die Schulseelsorgerin Alexandra Neserke, die vor ihrer Tätigkeit an der Joachim-Schumann-Schule an Förderschulen und sogar in einem Frauengefängnis als Seelsorgerin gearbeitet hat, sowie die Lehrer Jürgen Nees und Johannes Hornung, der auch als Jugendmedienschutzberater für das Hessische Kultusministerium tätig ist. Inhaltlich ging es in der lebhaften Diskussion vor allem um Fragen zu Rassismus in der heutigen Zeit. Was kann man tun damit die Verbrechen aus der Nazizeit nicht wieder geschehen? Was sind Gründe und Ursachen für Diskriminierung heutzutage? Welchen Einfluss haben soziale Medien auf Kinder und Jugendliche? Moderiert wurde die eineinhalbstündige Diskussionsrunde von dem Darmstädter Künstler und Fotografen Lukas Einsele.
Vorbereitet
hatten sich die Neuntklässler in sieben Workshops zu verschiedenen Aspekten von
Diskriminierung und Rassismus, die unter anderem von einigen der Podiumsgäste
geleitet wurden. Die Ergebnisse der Workshops flossen nicht nur in
Kurzpräsentationen während der Veranstaltung, sondern auch in eine Ausstellung
im Foyer der Joachim-Schumann-Schule ein. Extremistische Parteien,
Benachteiligung von Frauen, der Palästinakonflikt, Kriegsgräber und der
interreligiöse Dialog mit dem Abrahamischen Team waren nur einige der
Schwerpunkte. Beteiligt waren auch die Hanauer Bildungsinitiative Ferhat Unvar
oder die Bildungsstätte Anne Frank in Frankfurt.
Sowohl die Podiumsteilnehmer als auch die Schüler zogen ein
sehr positives Fazit der Diskussion bzw. des dreitägigen Workshop-Projekts und
stellten fest, wie wichtig es ist, miteinander Ansichten und Standpunkte
auszutauschen. Dabei herrschte große Einigkeit, sich gegen Hass, Rassismus und Ausgrenzung
zu stellen. Und vielleicht wird aus der Anregung einer Schülerin etwas, sich
dem Netzwerk „Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage“ anzuschließen.


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