Montag, 3. Februar 2025

Aktionswoche gegen Rassismus und Diskriminierung

 

Ausstellung, Workshops und Podiumsdiskussion - Neunte Klasse der Offenen Schule mit Courage gegen Diskriminierung

Am Anfang stand die Schändung des Gedenksteins für die vernichtete jüdische Bevölkerung Babenhausens nach den Massakern vom 7. Oktober 2023 erklärte Heike Vogel, eine der Lehrerinnen der neunten Klasse der Offenen Schule Babenhausen zu Beginn der Podiumsdiskussion am 29. Januar. Daraufhin habe sie sich mit ihrer Erasmus-Projektgruppe intensiv mit der Geschichte der Judenverfolgung in der Stadt beschäftigt, die am Holocaust-Gedenktag ihre Mitschüler zur Judenverfolgung in Babenhausen durch die Stadt geführt hatte. Auf Frau Vogels Initiative hin entstand schließlich die Aktionswoche, deren Höhepunkt eine große Podiumsdiskussion in der Stadthalle Babenhausen war. Von Anfang an dabei war Heimathistoriker Joachim Heizmann, der nicht nur die Projektgruppe vorbereitet hatte, sondern auch als Experte auf dem Podium saß. Mit dabei war auch Bürgermeister Dominik Stadler, der in dieser Rolle und als ehemaliger Polizist viel zu sagen hatte. Vor allem an ihn richteten die Jugendlichen viele Fragen zu Diskriminierung und Rassismus in der Stadt, aber auch zum Umgang mit der AfD.

Weitere Podiumsgäste waren die Schulseelsorgerin Alexandra Neserke, die vor ihrer Tätigkeit an der Joachim-Schumann-Schule an Förderschulen und sogar in einem Frauengefängnis als Seelsorgerin gearbeitet hat, sowie die Lehrer Jürgen Nees und Johannes Hornung, der auch als Jugendmedienschutzberater für das Hessische Kultusministerium tätig ist. Inhaltlich ging es in der lebhaften Diskussion vor allem um Fragen zu Rassismus in der heutigen Zeit.  Was kann man tun damit die Verbrechen aus der Nazizeit nicht wieder geschehen? Was sind Gründe und Ursachen für Diskriminierung heutzutage? Welchen Einfluss haben soziale Medien auf Kinder und Jugendliche?  Moderiert wurde die eineinhalbstündige Diskussionsrunde von dem Darmstädter Künstler und Fotografen Lukas Einsele.


Vorbereitet hatten sich die Neuntklässler in sieben Workshops zu verschiedenen Aspekten von Diskriminierung und Rassismus, die unter anderem von einigen der Podiumsgäste geleitet wurden. Die Ergebnisse der Workshops flossen nicht nur in Kurzpräsentationen während der Veranstaltung, sondern auch in eine Ausstellung im Foyer der Joachim-Schumann-Schule ein. Extremistische Parteien, Benachteiligung von Frauen, der Palästinakonflikt, Kriegsgräber und der interreligiöse Dialog mit dem Abrahamischen Team waren nur einige der Schwerpunkte. Beteiligt waren auch die Hanauer Bildungsinitiative Ferhat Unvar oder die Bildungsstätte Anne Frank in Frankfurt.
Sowohl die Podiumsteilnehmer als auch die Schüler zogen ein sehr positives Fazit der Diskussion bzw. des dreitägigen Workshop-Projekts und stellten fest, wie wichtig es ist, miteinander Ansichten und Standpunkte auszutauschen. Dabei herrschte große Einigkeit, sich gegen Hass, Rassismus und Ausgrenzung zu stellen. Und vielleicht wird aus der Anregung einer Schülerin etwas, sich dem Netzwerk „Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage“ anzuschließen. 


 

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen