Montag, 30. Juni 2025

Führung Jüdisches Leben in Babenhausen

 

Führung Jüdisches Leben in Babenhausen 

 

Hintergrundinformation: Die Erasmusgruppe der Offenen Schule hat sich im Zusammenhang mit der Frage was wir von der Vergangenheit behalten wollen intensiv mit einer dunklen Zeit der Stadtgeschichte befasst. Zunächst geführt von J.Heizmann vom Heimat- und Geschichtsverein der Stadt Babenhausen wurde die Thematik der Judenverfolgung vertieft und bei einem offiziellen Gedenkspaziergang zum 9.11.2024 der Stadt an zwei Stationen der Öffentlichkeit vorgestellt. Daraus entwickelten die Jugendlichen einen Rundgang für ihren gesamten Jahrgang von 170 Mitschülern, den sie allen Klassenkameraden präsentierten. Höhepunkt war eine Podiumsdiskussion mit prominenten Gästen mit dem Blick darauf, was die Vergangenheit für die heutige Zeit bedeutet. Eine gekürzte Version wurde auf Englisch für Schüler aus unseren Partnerschulen im März 2025 genutzt.  

Dienstag, 17. Juni 2025

Der Volksaufstand in der DDR und seine Niederschlagung

 

17. Juni 1953

Die gewaltsame Niederschlagung des Volksaufstandes in Deutschen-Demokratischen-Republik

1.         Hintergründe:

Nach dem zweiten Weltkrieg liegt Deutschland in Trümmern. Die Infrastruktur ist zusammengebrochen. Die Besatzungsmächte, Frankreich, Großbritannien, Sowjetunion und USA teilen Deutschland auf. Die Sowjetunion erhält die Gebiete des späteren Mecklenburg-Vorpommerns, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Sachsen sowie den östlichen Teil der Stadt Berlin.

Am 7. Oktober 1949 wird dann die Deutsche-Demokratische-Republik ausgerufen. Doch schon seit ihrer Gründung leidet die DDR unter innenpolitischen Problemen. Diese sind bedingt durch die hohen Reparationszahlungen an die Sowjetunion. Nach sowjetischem Vorbild beschließt die DDR 1952 den Aufbau des Sozialismus. Dies hat zur Folge, dass Betriebe verstaatlicht und Bauernhöfe zusammengeschlossen werden. Außerdem grenzt sich die DDR immer weiter vom Westen ab. Im Vergleich zur Bundesrepublik geht es den Menschen schlechter. Die Bevölkerung leidet unter Versorgungsengpässen und Lebensmittelrationierungen. Grund dafür ist die Schwerpunktlegung der Regierung auf den Wiederaufbau des Militärs. Auf Grund dessen verlässt eine große Menge der DDR-Bevölkerung den ostdeutschen Staat. Somit mangelt es dem sozialistischen Bruderstaat an Arbeitskräften, deshalb beschließt die SED-Führung eine Steigerung der Arbeitsnorm um 10%. Mehr Arbeit bei gleichem Lohn. Es ist klar, dass das nicht auf Begeisterung stößt… Obwohl dies einen Tag vor den Aufständen zurückgenommen wurde beruhigten sich die Arbeiter nicht.

 

2.         Die Aufstände

Am Aufstand sind alle Bevölkerungsschichten beteiligt, darunter Männer, Frauen und Jugendlichen, die in Verschiedenen Rollen das Geschehen beeinflussen. Die Demonstrationen finden nicht nur in den Städten wie Leipzig und Ost-Berlin statt, sondern auch auf dem Land. So zeigte sich die Landbevölkerung schon am 12. Juni 1953, als Reaktion auf den Zusammenschluss der landwirtschaftlichen Betriebe zu LPG (landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaften) unzufrieden. In Ost-Berlin streikten die Arbeiter auf Großbaustellen schon am 15. und 16. Juni. Diese Arbeiter rufen für den folgenden Tag den Generalstreik aus und immer mehr Menschen schließen sich an. Letztendlich nehmen circa eine Millionen Menschen an den Aufständen teil. In circa 700 Gemeinden und Städten nahmen die Menschen an Streiks und Demonstrationen teil, jedoch konzentrieren sich die Aufstände auf die Industriezentren Halle, Merseburg und Magdeburg und den Industriebezirk Leipzig sowie Ost-Berliner Betriebe. Bis zum 21. Juni 1953 kam es in 302 Gemeinden zu Austritten aus der LPG und Arbeitsniederlegungen.

 

3.         Die Forderungen:

Nachdem die Arbeitsnorm schon wieder gesenkt wurde, fordern die Demonstranten nun unter anderem freie und geheime Wahlen, den Rücktritt der Regierung, Pressefreiheit und die Freilassung politischer Gefangene.

Sie demonstrieren mit unter anderem folgenden Parolen:

"Streikt die Regierung nieder!",       

"Weg mit der Spitzbartclique!",        

"Butter statt Nationalarmee!",

 "Wir wollen keine Sklaven sein!",

„Brüder, zur Sonne, zur Freiheit!" 

 

4.         Die gewaltsame Niederschlagung

Die Regierung der DDR selbst, kann den Aufstand gar nicht genug entgegensetzen. So kommt es das die Sowjetunion der DDR-Regierung Hilfe leistet. Der Ausnahmezustand wird ausgerufen und ab 11.30 Uhr rollen Panzer der Sowjets durch die Berliner Straßen. Um 12 Uhr schießen die ersten Soldaten. Obwohl zunächst wohl über die Menge rüber geschossen wird gibt es Tote. Bis heute kann man nicht ganz sagen wie viele Menschen damals umgekommen sind. Es Schätzungen in denen von 50 bis 125 Toten die Rede ist. Die Plätze werden bis zum Abend alle geräumt und eine Ausgangssperre wird verhangen. Doch nicht nur in Berlin gibt es dieses blutige Vorgehen sondern auch an anderen Orten gehen die Soldaten hart vor.

 

Die Folgen:

In den Tagen und Wochen nach dem 17. Juni 1953 gibt es 13.000 bis 14.000 Gefangennahmen von denen viele jedoch schnell wieder freigelassen werden. 2500 werden jedoch verurteilt zu oftmals langen Haftstrafen und leider auch zum Tode.

Weil sie merken, dass sie keine Möglichkeit zur Veränderung haben flüchten wiederum viele DDR-Bürger in den Westen. Die Regierung merkt, dass die Bevölkerung nicht hinter ihr steht und Wiederstände nur mit dem Einsatz von Gewalt aufgelöst werden können. Weiterführend kommt es somit auch zum Bau der Mauer, die von 1961 an bis 1989 die Freiheit der DDR-Bevölkerung einschränkt.

Die Bundesrepublik erklärt den 17. Juni noch im Jahr des Aufstandes zum Feiertag. Die DDR-Regierung jedoch klärt den Aufstand jedoch als einen vom Westen initiierten Putschversuch ab. Doch das ist klar falsch.

Heute ist die Straße zwischen der Siegessäule und dem Brandenburger Tor nach diesem 17. Juni benannt.

Philipp J.

The violent suppression of the popular uprising in the German Democratic Republic

 

June 17th, 1953

The violent suppression of the popular uprising in the German Democratic Republic

1. Background:

After the Second World War, Germany lay in ruins. The infrastructure had collapsed. The occupying powers, France, Great Britain, the Soviet Union and the USA divided Germany. The Soviet Union received the areas of what would later become Mecklenburg-Western Pomerania, Brandenburg, Saxony-Anhalt, Thuringia and Saxony as well as the eastern part of the city of Berlin. On October 7, 1949, the German Democratic Republic was proclaimed. But the GDR had been suffering from domestic political problems since its founding. These were caused by the high reparations payments to the Soviet Union. Following the Soviet model, the GDR decided to build socialism in 1952. This resulted in companies being nationalized and farms being merged. In addition, the GDR was increasingly distancing itself from the West. Compared to the Federal Republic, people were worse off. The population was suffering from supply shortages and food rationing. The reason for this is the government's focus on rebuilding the military. As a result, a large number of the GDR population left the East German state. The socialist brother state therefore lacked workers, so the SED leadership decided to increase the work norm by 10%. More work for the same pay. It is clear that this was not met with enthusiasm... Although this was withdrawn the day before the uprisings, the workers did not calm down.

2. The uprisings

All sections of the population are involved in the uprising, including men, women and young people, who influence events in various roles. The demonstrations take place not only in cities such as Leipzig and East Berlin, but also in the countryside. The rural population was already dissatisfied on June 12, 1953, in response to the merger of agricultural companies into LPG (agricultural production cooperatives). In East Berlin, workers on large construction sites went on strike on June 15 and 16. These workers called a general strike for the following day and more and more people joined. Ultimately, around a million people took part in the uprisings. People took part in strikes and demonstrations in around 700 communities and towns, but the uprisings were concentrated in the industrial centers of Halle, Merseburg and Magdeburg and the industrial district of Leipzig as well as East Berlin companies. By June 21, 1953, there had been resignations from the LPG and work stoppages in 302 communities.

3. The demands:

After the work norm had been lowered again, the demonstrators now demanded, among other things, free and secret elections, the resignation of the government, freedom of the press and the release of political prisoners.

They demonstrated with the following slogans, among others: "Strike down the government!", "Away with the goatee clique!", "Butter instead of a national army!", "We don't want to be slaves!", "Brothers, to the sun, to freedom!" [1]

4. The violent suppression

The GDR government itself cannot do enough to counter the uprising. So the Soviet Union helps the GDR government. A state of emergency is declared and from 11:30 a.m. Soviet tanks roll through the streets of Berlin. At 12 noon the first soldiers fire. Although they initially fire over the crowd, there are deaths. To this day it is not possible to say exactly how many people died. There are estimates that say between 50 and 125 deaths. The squares are all cleared by the evening and a curfew is imposed. But this bloody approach is not only taking place in Berlin; the soldiers also take tough action in other places.

The consequences:

In the days and weeks after June 17, 1953, 13,000 to 14,000 people are taken prisoner, many of whom are quickly released. However, 2500 are sentenced to often long prison terms and unfortunately also to death.

Because they realize that they have no opportunity to change, many GDR citizens flee to the West. The government realizes that the population does not support it and that resistance can only be resolved with the use of violence. This leads to the construction of the Wall, which restricts the freedom of the GDR population from 1961 to 1989.

The Federal Republic declares June 17th a public holiday in the year of the uprising. The GDR government, however, clarifies the uprising as an attempted coup initiated by the West. But this is clearly wrong.

Today the street between the Victory Column and the Brandenburg Gate is named after June 17th.

Philipp