17. Juni 1953
Die gewaltsame Niederschlagung des Volksaufstandes in Deutschen-Demokratischen-Republik
1. Hintergründe:
Nach dem zweiten Weltkrieg liegt Deutschland in Trümmern. Die Infrastruktur ist zusammengebrochen. Die Besatzungsmächte, Frankreich, Großbritannien, Sowjetunion und USA teilen Deutschland auf. Die Sowjetunion erhält die Gebiete des späteren Mecklenburg-Vorpommerns, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Sachsen sowie den östlichen Teil der Stadt Berlin.
Am 7. Oktober 1949 wird dann die Deutsche-Demokratische-Republik ausgerufen. Doch schon seit ihrer Gründung leidet die DDR unter innenpolitischen Problemen. Diese sind bedingt durch die hohen Reparationszahlungen an die Sowjetunion. Nach sowjetischem Vorbild beschließt die DDR 1952 den Aufbau des Sozialismus. Dies hat zur Folge, dass Betriebe verstaatlicht und Bauernhöfe zusammengeschlossen werden. Außerdem grenzt sich die DDR immer weiter vom Westen ab. Im Vergleich zur Bundesrepublik geht es den Menschen schlechter. Die Bevölkerung leidet unter Versorgungsengpässen und Lebensmittelrationierungen. Grund dafür ist die Schwerpunktlegung der Regierung auf den Wiederaufbau des Militärs. Auf Grund dessen verlässt eine große Menge der DDR-Bevölkerung den ostdeutschen Staat. Somit mangelt es dem sozialistischen Bruderstaat an Arbeitskräften, deshalb beschließt die SED-Führung eine Steigerung der Arbeitsnorm um 10%. Mehr Arbeit bei gleichem Lohn. Es ist klar, dass das nicht auf Begeisterung stößt… Obwohl dies einen Tag vor den Aufständen zurückgenommen wurde beruhigten sich die Arbeiter nicht.
2. Die Aufstände
Am Aufstand sind alle Bevölkerungsschichten beteiligt, darunter Männer, Frauen und Jugendlichen, die in Verschiedenen Rollen das Geschehen beeinflussen. Die Demonstrationen finden nicht nur in den Städten wie Leipzig und Ost-Berlin statt, sondern auch auf dem Land. So zeigte sich die Landbevölkerung schon am 12. Juni 1953, als Reaktion auf den Zusammenschluss der landwirtschaftlichen Betriebe zu LPG (landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaften) unzufrieden. In Ost-Berlin streikten die Arbeiter auf Großbaustellen schon am 15. und 16. Juni. Diese Arbeiter rufen für den folgenden Tag den Generalstreik aus und immer mehr Menschen schließen sich an. Letztendlich nehmen circa eine Millionen Menschen an den Aufständen teil. In circa 700 Gemeinden und Städten nahmen die Menschen an Streiks und Demonstrationen teil, jedoch konzentrieren sich die Aufstände auf die Industriezentren Halle, Merseburg und Magdeburg und den Industriebezirk Leipzig sowie Ost-Berliner Betriebe. Bis zum 21. Juni 1953 kam es in 302 Gemeinden zu Austritten aus der LPG und Arbeitsniederlegungen.
3. Die Forderungen:
Nachdem die Arbeitsnorm schon wieder gesenkt wurde, fordern die Demonstranten nun unter anderem freie und geheime Wahlen, den Rücktritt der Regierung, Pressefreiheit und die Freilassung politischer Gefangene.
Sie demonstrieren mit unter anderem folgenden Parolen:
"Streikt die Regierung nieder!",
"Weg mit der Spitzbartclique!",
"Butter statt Nationalarmee!",
"Wir wollen keine Sklaven sein!",
„Brüder, zur Sonne, zur Freiheit!"
4. Die gewaltsame Niederschlagung
Die Regierung der DDR selbst, kann den Aufstand gar nicht genug entgegensetzen. So kommt es das die Sowjetunion der DDR-Regierung Hilfe leistet. Der Ausnahmezustand wird ausgerufen und ab 11.30 Uhr rollen Panzer der Sowjets durch die Berliner Straßen. Um 12 Uhr schießen die ersten Soldaten. Obwohl zunächst wohl über die Menge rüber geschossen wird gibt es Tote. Bis heute kann man nicht ganz sagen wie viele Menschen damals umgekommen sind. Es Schätzungen in denen von 50 bis 125 Toten die Rede ist. Die Plätze werden bis zum Abend alle geräumt und eine Ausgangssperre wird verhangen. Doch nicht nur in Berlin gibt es dieses blutige Vorgehen sondern auch an anderen Orten gehen die Soldaten hart vor.
Die Folgen:
In den Tagen und Wochen nach dem 17. Juni 1953 gibt es 13.000 bis 14.000 Gefangennahmen von denen viele jedoch schnell wieder freigelassen werden. 2500 werden jedoch verurteilt zu oftmals langen Haftstrafen und leider auch zum Tode.
Weil sie merken, dass sie keine Möglichkeit zur Veränderung haben flüchten wiederum viele DDR-Bürger in den Westen. Die Regierung merkt, dass die Bevölkerung nicht hinter ihr steht und Wiederstände nur mit dem Einsatz von Gewalt aufgelöst werden können. Weiterführend kommt es somit auch zum Bau der Mauer, die von 1961 an bis 1989 die Freiheit der DDR-Bevölkerung einschränkt.
Die Bundesrepublik erklärt den 17. Juni noch im Jahr des Aufstandes zum Feiertag. Die DDR-Regierung jedoch klärt den Aufstand jedoch als einen vom Westen initiierten Putschversuch ab. Doch das ist klar falsch.
Heute ist die Straße zwischen der Siegessäule und dem Brandenburger Tor nach diesem 17. Juni benannt.
Philipp J.
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