Die Berliner Mauer stand 28 Jahre lang für die Trennung zwischen Ost und West. Aber warum ist sie gefallen?
Als Michail Gorbatschow zum Generalsekretär des Zentralkomitees gewählt wurde, wollte er die inneren Veränderungen vorantreiben und das System von Stalin erneuern. Er forderte technische Neuerungen, die Schließung von Unternehmen, die Verluste machten, und bessere Konsumgüter. In einer Rede kritisierte er die Fehler der KPdSU und sicherte den Ostblockstaaten außerhalb der UdSSR ihre Unabhängigkeit zu. Doch die DDR-Regierung hielt an den alten Gesetzen fest. Die Bürger der DDR erfuhren von der Reform und machten Urlaub in den Bruderstaaten der DDR. Hinzu kam, dass es der DDR wirtschaftlich sehr schlecht ging. Die DDR zahlte einen Teil der Mieten, Grundnahrungsmittel und so weiter aus dem eigenen Staatshaushalt, was dazu führte, dass die Menschen über Jahre hinweg über dem Verhältnis lebten. Außerdem erreichte die Produktivität der DDR-Wirtschaft nur ein Drittel des Niveaus der BRD. Um die Wirtschaftslage zu verbessern, sah die SED-Regierung nur eine Möglichkeit: Sie wollte mehr produzieren, und zwar zu einem geringeren Preis. Aber Anfang der sechziger Jahre wuchsen die Versorgungsprobleme und täglich flüchteten mehr Menschen. Daraufhin folgte der Bau der Berliner Mauer, die errichtet wurde, um aus der leistungsschwachen Wirtschaft wieder ein effizientes wirtschaftliches System zu schaffen. Aber das scheiterte, und es kam zu Protesten wie den Montagsdemonstrationen in Leipzig und Berlin. Die Montagsdemonstrationen, die vor allem von jungen Leuten besucht wurden, wurden immer größer. Am Tag der Entscheidung, dem 9. November 1989, kamen in Leipzig ganze 70.000 Menschen zusammen. Das hat die Sicherheitsorgane vor eine große Herausforderung gestellt, aber sie konnten das Vorhaben nicht durchsetzen. Auch die Pressekonferenz zur Reisefreiheit, bei der der erste Vorsitzende der SED-Regierung, Günther Schabowski, den Gesetzesentwurf zur Reisefreiheit vorstellte. Auf die Frage eines Journalisten sagte er, dass das Gesetz ab sofort gelten würde. Weil die Konferenz live im Fernsehen übertragen wurde, kamen Tausende DDR-Bürger zu der Berliner Mauer, um auf eine Grenzöffnung zu warten. Die Grenzpolizisten hatten keine Anweisungen erhalten und konnten selbst entscheiden, ob sie die Grenze öffnen wollten. So fiel die Berliner Mauer und viele Menschen strömten in den Westen.
Tom
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen